Kinder spielen schneller als die Polizei erlaubt

Mit was sich Kleinkinder gerade beschäftigen ändert sich manchmal blitzartig schnell. Eben hat Oskar doch gerade noch so schön mit dem Teddy gekuschelt - ein Augenzwinkern später backt er Kuchen in der Kinderküche. Bei Neugeborenen und Babys sind es die Gesichtsausdrücke die sich ständig wandeln und dazu führen, dass man sie stundenlang anschauen kann, ohne dass es langweilig wird (ihr kennt das ja!).

Fast wie im Film: Storytelling mit 2 Bildern!

Deshalb bietet es sich gerade bei Kinderfotos so schön an, aus mehreren Fotos eine Geschichte entstehen zu lassen. Das geht schon mit zwei oder drei Fotos ganz gut (diese werden Diptychs/Triptychs genannt), wie ihr gleich sehen werdet.

Denk bereits beim Fotografieren darüber nach, welche Kombination an Bildern interessant wären. Das inspiriert ungemein dazu auch "andere Bilder" zu machen und verschiedene Perspektiven, Details und die Umgebung abzulichten. Und damit mehr von der Geschichten zu erzählen.

Unser Hauptdarsteller: Das Kind

In einem Film wird zuerst der Hauptdarsteller vorgestellt. In unserem Fall das Kind/die Kinder.

Der Handlungsort

Manchmal ist der Ort an dem man sich befindet wunderschön oder einfach merkenswert. Der große Wald in dem man gerade spaziert, oder auch der Spielplatz der jeden Tag besucht wird.  

Die Handlung (Geschichte)

Um eine Handlung abzulichten müssen zwei, besser drei "Szenen" abgelichtet werden, also mehrere Fotos in der gleichen Einstellung gemacht werden. Man kann hierbei sowohl an der Kamera, als auch auf dem Handy die Serienbildfunktion nutzen oder - so mache ich das - selbst den Auslöseknopf mehrmals hintereinander betätigen.

Diese kurze Liste dient zur Anregung, wenn ihr euch selbst an das Storytelling mit Bildern macht. Am besten überlegt ihr euch im Vornherein, was ihr festhalten möchtet:

 

1. Den Blick auf kleine Details lenken (Zoom-In)

Das ist wahrscheinlich so etwas wie ein Klassiker in der Kinderfotografie - das Ablichten von Details. Kleine Finger, Ärmchen und Öhrchen laden einfach dazu ein!

2. Eine Aktion festhalten (Abfolge)

Ertappt! Hier habe ich DREI Fotos aneinandergereiht. Die kleinen Gesichtsausdrücke im Ablauf zeigen den festen Entschluss Mama entgegen zu krabbeln. Die Geschichte hätte aber auch nur mit zwei Bildern funktioniert. Eine Abfolge erfordert - im Gegensatz zu allen anderen Beispielen - dass ihr eure Position gar nicht oder nur wenig ändert und die Entwicklung einer eigenen kleinen Szene erwartet. Ihr kennt eure Kinder am besten und könnt am besten einschätzen, was wohl im nächsten Moment passiert! Nutzt diesen Vorteil!

 

3. Die Umgebung zeigen (Zoom-Out)

Close-Ups - also das Fotografieren aus geringer Distanz - verleiten manchmal dazu das große Ganze aus dem Auge zu verlieren. Hiermit wollte ich die Atmosphäre der Gegend mit in die Geschichte aufnehmen.

4. Perspektivenwechsel

Die Nachbarn waren begeistert - endlich werden sinnvolle Güter verkauft. Das Gras von der öffentlichen Wiese war ein Verkaufsschlager :) Das Beispiel zeigt, wie ein Wechsel der Perspektive die Geschichte um einen anderen Standpunkt erweitern kann. Ein weiteres schönes Beispiel wäre die Seiten- und Frontalansicht des Gesichts.

5. Stimmung einfangen

Stimmungsbilder von Details, aus der Umgebung, absichtlich verschwommene Bilder, die nur Umrisse erkennen lassen, Makroaufnahmen: All das lässt sich wunderbar nuten, um Stimmungen zu erzeugen, und diese im Zusammenklang mit einem zweiten Bild wirken zu lassen.

6. Kontraste einfangen

Kaum zu glauben, aber diese beiden Bilder entstanden im selben Raum, im selben Licht. In Kombination hat mich ganz besonders der Kontrast (hell/dunkel) angesprochen.

Tools zum Erstellen von Collagen

Es gibt eine Unmenge von Online-Tools, um Collagen zu erstellen. Unter anderem wird http://www.fotor.com/de oft empfohlen. Ich persönlich fand es jedoch nicht sehr praktikabel, die Ergebnisse auch nicht immer schön.

Ich habe viele Jahre fast ausschließlich Picasa für die Erstellung von Collagen genutzt. Hier ist die Möglichkeit vorhanden die Bilder in voller Auflösung auszugeben. Zusätzlich ist es wunderbar für den grundlegenden Einsatz zur Bildbearbeitung, wenn ihr nicht in RAW fotografiert:

  • Horizont begradigen
  • Aufhellen des Bildes
  • Anpassung der Lichttemperatur
  • Erstellen von Collagen
  • Zuschneiden von Fotos
  • ....

Viel Spaß!

Probiert spontan ein paar Kombinationen von bereits existierenden Bildern aus. Ihr werdet sehen, wie viel mehr durch die Hinzunahme eines weiteren Bildes "erzählen" kann. Und wenn ihr weitere Vorschläge oder sogar konkrete Beispiele habt bin ich gespannt auf Ideen.

Comment