Wenn ich durch meine Foto-Ordner auf den inzwischen drei externen Festplatten herumschwirre packt mich die Melancholie. Nicht nur, weil meine großen Jungs darauf als kleine Babies in die Kamera zwinkern, sondern weil es die meisten Bilder nur in Bits und Bytes gibt. Nichts zum Anfassen. Mit den Fotoalben hinke ich hinterher (mal ehrlich: wer tut das nicht?)

Man könnte das als temporär bezeichnen, aber ich muss mir eingestehen: Wann werde ich wirklich die Zeit haben die Fotos der letzten sieben Jahre zu gestalten? Fakt ist: Die meist fotografierte Generation - die meiner Kinder - wird die wenigsten Bilder aus ihrer Kindheit haben. Verschollen und vergessen auf dem Festplattenfriedhof.

Fotobuch von Saal Digital

Fotobuch von Saal Digital

PRINT, PRINT, PRINT!

Dagegen gibt es nur eine wirksame Medizin: Das Ausdrucken der Fotos. Und das am besten sofort und mit System. Logisch! Deshalb hat mich die Werbung von Chatbooks auch sofort angesprochen. Seht selbst ;) 

Chatbooks können in der Qualität nicht mit Fotobüchern, z.B. auf echtem Fotopapier, mithalten. Aber: Für tagtägliche Prints von deiner Smartphonekamera absolut OK! Ich habe mir meine Instagramposts darüber ausdrucken lassen - die Texte inklusive. So gehen auch diese nie verloren.

Beeindruckt hat mich in dieser Sache auch ein (Foto-)Freund, der zwei Tage nach dem Urlaub das fertige Fotobuch in den Händen hielt. Sein Trick ist ganz einfach: Er fotografiert und bearbeitet die Fotos ausschließlich mit dem Smartphone - am Ende jeden Urlaubstages - und schiebt dann seine Auswahl in die App von Lalalab. Dann ist er schon fertig und muss nur noch auf "bestellen" klicken. Genial - und besser als das kreativste Urlaubsfoto mit dem teuersten Equipment, was auf der Festplatte versauert.

Mein Workflow

Da ich allerdings meistens mit meiner guten Kamera fotografiere kommt das für mich nicht in Frage. Daher sieht der Workflow bei mir so aus:

  1. Ordnung auf der Festplatte ist die halbe Miete
    Alle Urlaubsfotos landen in einem Ordner z.B. 2017 > August > Reise nach England > Tag 1
  2. In Lightroom importieren
    Im ersten Schritt lade ich alle Urlaubsbilder in Lightroom (alternativ eignet sich auch die kostenfreie Lösung Picasa o.ä.)
  3. Favoriten auswählen und bearbeiten
    Danach selektiere ich meine Favoriten (das mache ich, indem ich nach dem Top-oder-Flop-System arbeite und nur die guten behalte) und bearbeite diese. Alle andere Bilder schaue ich nie wieder an!
  4. Export der Favoriten
    in zwei unterschiedliche Ordner: In Webauflösung (72 Pixel) in den ersten Ordner (2017 > Export > Web > Reise nach England_web) und in Printauflösung (300 Pixel) in den zweiten (2017 > Export > Print > Reise nach England_print). Das hat den Vorteil, dass ich Bilder für das Teilen auf Social Media, sowohl für die Fotobücher gleich zur Hand habe.
  5. Fotobücher ohne Schnörkel
    Meine Fotobücher sind meistens recht einfach aufgebaut: Pro Seite ein Bild mit weißem Hintergrund! Ich will nicht viele, kleinere Bilder haben, weil diese dann weniger gut wirken - und ich das Album nicht mit der Lupe anschauen möchte. Dafür geht es dann schneller, und innerhalb ein bis zwei Abende erledigt.

Das Gute an den großen Bildern ist auch: Ich beschränke mich auf das Wesentliche. Nur die wirklich schönen Momente landen im Album. Das - wenn auch leckere - Abendessen beim Italiener fällt dann gnadenlos raus, dafür darf das Foto vom Riesensandburgbau bleiben. Auch in der Fotografie ist weniger mehr.

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Für Saal-Digital durfte ich deren Fotobuch testen. Was kann ich sagen? Das ist mein erster Anlaufpunkt, wenn ich Abzüge für Kunden bestelle, weil man durchgehend mit guter Qualität rechnen kann. So ist es nicht verwunderlich, dass auch dieses Fotobuch den hohen Standard halten kann. Mein absoluter Favorit unter den Fotobüchern - wenn auch etwas teurer als die meisten Anbieter! Alternativen sind Blurb (viele Seiten möglich!), Fotokasten (gute Qualität und mit Tchibogutschein erschwinglich) oder i-port (günstig und gut).

Perfekt unperfekt: Unsere große Fotowühlkiste!

Meine Fotos vom Smartphone drucke ich zudem gerne als Vintage-Fotos im Polaroid-Look aus - zwischendurch, wenn es mich mal wieder packt. Aber: Selektieren und bearbeiten mache ich auch hier jeden Tag.

Diese Fotos landen dann in einer großen Fotokisten - undatiert und unsortiert. Und wenn wir bei schlechtem Wetter diese Kiste rausholen macht es richtig Spaß in alten Erinnerungen zu schwelgen und selbst zu überlegen: Wann war das denn eigentlich? Oder: Weißt du noch?

Was für euch am besten funktioniert müsst ihr selbst herausfinden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich pragmatisch und schnell sein muss - denn von der Vorstellung von einem ruhigen Abend, an dem ich all die Fotobücher mal gestalten werde, die noch auf mich warten - Seite für Seite - muss ich mich verabschieden. It's now or never!

Ich gebe zu, der Trick ist simpel. Doch nur eines zählt: Drucken was das Zeug hält! Wie machst du das? Regelmäßig, jährlich, ab und zu? Ich bin gespannt!

Kleine Ergänzung: Geschwisteralben

Übrigens bestelle ich alle Fotoalben zwei Mal - für jedes Kind eins. Weil ich sonst ja nichts habe gibt es ab und an ein Favoritenbuch nur für mich.

 

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