365 Tage fotografieren: Wie ich mich motiviert habe weiterzumachen

365 Tage sind kein Pappenstiel! Und ja, nach 10 Tagen bleiben noch 355 Tage übrig :)) Zugegeben: Die langen Wintertage - ich meine diese grauen, kalten, dunklen, an denen man am liebsten keinen Fuß vor die Tür setzen möchte - waren schon etwas hart. Ansonsten ist Kinder beobachten eh viel besser als Fernsehen, es gibt immer etwas zu sehen!

Hier also meine Hilfsmittelchen, die mich über die Zeit hinweg motiviert haben weiter zu machen. Wenn du gerade an genau dem Punkt angekommen bist und dich fragst, ob du weitermachen solltest: Halte durch! Viele Wege führen nach Rom. Manchmal darf man auch den Expresszug nehmen, sitzen, reflektieren. Die Hauptsache ist: Der Spaß bleibt erhalten!

1. Bücher, Bücher, Bücher

Wer mich kennt, weiß dass Bücher ganz wichtig sind. Ganz besonders haben mir folgende zwei geholfen:

 
 

The Photographer's Playbook mit Ideen, Zitaten und kreativen Aufgaben und The Visual Toolbox mit 60 Lektionen und dazugehörigen Übungen. (beides Affiliate Links)

 

2. Online-Kurse & Workshops

In den letzten 365 Tagen habe ich an einigen Online-Kursen teilgenommen. Sie geben neuen Schub und die Auswahl fiel auf Themengebiete in denen ich besser werden wollte, z.B. EDITING FOR ARTISTS:  A COLOR THEORY INTENSIVE von Roxanne Bryante über das Management und die Gestaltung mit Farbe im Bild oder The film workshop von Everyday Films zum Filmen mit der DSLR-Kamera. Nicht zu vergessen durfte ich im Februar beim Präsenz-Workshop von Alain Laboile dabei sein und konnte viel lernen und danach: ausprobieren! 

3. Instagram-Challenges

Gleich zwei Instagram-Challenges habe ich initiiert (und natürlich auch selbst als @momentchen mitgemacht!). Die #dezembermomentchen am Jahresende und, weil es mit den Instamamas so viel Spaß gemacht hat, im Februar auch gleich noch die #dankesmomentchen

4. Gespräche und Inspiration

Der Austausch von Fotofreund zu Fotofreund bringt immer wieder neue Ideen. Und: keiner versteht einen so gut wie jemand der ähnliches (durch)gemacht hat. An dieser Stelle Danke an Felice Douglas, ein immer währender Quell der Inspiration! Zudem haben einige Fotografen und Künstler aus Fotomagazinen und auf Facebook mich immer wieder gepusht weiter zu gehen. Toll ist hier auch das Magazin The long way home (Journey to Artist), in dem Mamas von ihrem Weg zu und mit der Fotografie erzählen! Und natürlich der Gang zu Galerien, Kunstmuseen oder Museen allgemein, die einen immer wieder auf neue Gedanken bringen. Genauso gut kann das aber eine Zeitung, eine gute Doku oder Talk-Show sein!

5. Beobachtung und die Frage Warum

Meine Kinder - meine Musen! Was sie sich ausdenken, da kann kein Chief Innovation Manager mithalten. Und es macht Spaß dies festzuhalten! Über allem hing immer die große Frage: Warum? Warum mache ich diese Fotos, was sollen sie den Kindern später zeigen? Also fing ich an sie genau zu beobachten. Ihre Eigenheiten und Charakterzüge zu studieren - und fotografisch festzuhalten. Die Grübchen meines Großen und seine nachdenkliche Ader, die Geschicklichkeit der Hände meines Kleinen, seine spontane und herzliche Art. Dies wurden Themen meiner Bilder. In meinem Kopf entstand eine Art Bucket List von Dingen die ich festhalten wollte oder auf die ich achtete.

6. Der Blick auf "Entwicklungsfelder"

Ich habe es versucht nett auszudrücken... Was mich angespornt hat ist auch der Blick auf das, was ich (noch!) nicht so gut kann - und diese Lücken durch Lernen und Experimentieren zu schließen. Denn wenn  man eins während eines 365-Tage-Projektes hat dann ist es das: Gelegenheiten. Warum also nicht nutzen? Die Motivation steigt automatisch, wenn man sich in etwas verbessern möchte.

7. Lockerer werden

Ich bin nach einiger Zeit Kompromisse eingegangen. Es mussten nicht täglich hunderte Fotos gemacht werden, sondern es durfte auch mal nur eine Handvoll sein (auch gar nicht einfach!). Dann zählte ich auch Smartphone-Fotos dazu und am Ende zählte auch, wenn ich an dem Tag nur ein Foto aus der Vergangenheit neu bearbeitet hatte. Das brachte etwas Luft in die Sache. Und ich hatte nicht mehr das Gefühl ständig auf "Fotojagd" sein zu müssen.

8. Workflow, Baby!

Die erste Zeit der Challenge ist gerade deshalb so zeitintensiv, weil der Workflow noch nicht ganz steht. Werden Bilder täglich hochgeladen? Und dann gleich bearbeitet? Wo werden sie abgelegt und welche lasse ich ausdrucken? Ich habe es so gemacht:

Jeden Tag Bilder auf den Rechner (Ablage in Ordner mit Datum im übergeordneten Ordner "365-Projekt", Auswahl der Favoriten, Bearbeitung der Favoriten, Export der Favoriten in Druckqualität, Export der Favoriten in Web-Qualität, Hochladen der Favoriten auf meinen privaten Blog.

In zeitlichen Abständen kam dann noch das Ausdrucken in 13x18cm oder größer über saal-digital.de, der Backup von Daten auf die externe Festplatte und das Bereinigen von Speicherkarten hinzu. Und einen Akku - der war immer zur Hand!

9. Ergebnisse teilen

Ein heißes Pflaster, das Teilen von Bildern über Social Media - aber es kann auch manchmal sehr motivierend sein, wenn man positives Feedback oder ehrliches Feedback erhält. Auf Instagram kommt man mit anderen fotoverliebten Mamas und Papas ins Gespräch, auf Facebook gibt es weniger Interaktion. Ich habe mich komplett frei gemacht vom Anspruch teilen zu müssen, da ich nicht für Fans fotografieren möchte, sondern für mich (bzw. uns). Je nach Fotomotiv landet es dann auf meiner Fotografie-Website, auf momentchen.de, in meinem monatlichen Update an die Familie oder einfach auf meinem 365-Fotoprojekt-Blog, für den nur ich den Zugang habe. Wenn es mich in den Fingern juckt teile ich. Aber nur, wenn das Bild den Veröffentlichungs-Stress-Test besteht (Kinder sind nicht nackig, auf dem Klo, Auflösung nicht zu hoch oder ähnliches).

10. Nach Rat fragen

Zu guter Letzt war es immer gut zu wissen, dass ich Anlaufpunkte für meine Fragen hatte. Das sind ganz besonders zwei Facebook Gruppen, die aus vielen Fotografen (eigentlich fast nur FotografINNEN) bestehen. Hier konnte ich jederzeit Fragen stellen (oder natürlich auch meinen Input geben), ohne mir blöd vorzukommen. Ich finde es schön zu sehen, wie Fotografen inzwischen lieber miteinander arbeiten und sich gegenseitig motivieren als sich nur als Konkurrent zu sehen. Weiter so!

 

Und, ob ich auch mal einen (oder zwei oder drei) Tage hab ausfallen lassen habe? Ganz sicher! Ein 365-Tage-Fotoprojekt ist aus meiner Perspektive kein Wettrennen, sondern eher ein Weg hin zu einem selbstgesetzten Ziel. Besser zu werden. That's all!

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